Africa Addio [1966] PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Freitag, den 22. Januar 2010 um 03:37 Uhr

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Review (Von Admin)

„Africa Addio“ - Ein weiterer Mondofilm, der eher an rassistische Ressentiments erinnert als an das exotische Filmwerk eines vergessenen Genres. „Dieser Film soll ein Abschiedsgruss an das sterbende Afrika sein. Und das geschichtliche Dokument seines Todeskampfes.“ Eine sehr pessimistische und unvermittelte Einleitung, die der Redner des Vorspanns dem Zuschauer präsentiert. Zudem ist der Anspruch des Filmes, ein „geschichtliches Dokument“ zu sein, doch sehr fragwürdig und lässt schon nach wenigen Minuten am Inhalt dieses Filmes zweifeln.

Der Film beginnt mit einem groben, pseudo-historischen Verschnitt des politischen Systems in Afrika. Die afrikanische Kultur wird auf sehr explizite Art und Weise als primitiv und unzivilisiert dargestellt. Kurze Zeit später findet ein - für Mondofilme - typischer Szenewechsel statt. Nun wird die westliche Kultur gezeigt, marschierende Soldaten, Hochkultur und Zivilisation. Die zwei Extreme der britischen Kolonialherrschaft und der afrikanischen Kultur werden einander gegenübergestellt. Dem Zuschauer wird das Abrücken der britischen Truppen aus Afrika, also das Ende der britischen Kolonialherrschaft, präsentiert. Das innerlich instabile und gespaltene Afrika ist nach dem Abzug der Kolonialherrscher auf sich alleine gestellt. Gezeigt wird die gnadenlose Verurteilung von Sträflingen, die sinnlose Vernichtung von Lebensmitteln, die Agrarreform, die brutale Jagt auf Elefanten und andere Tiere, Genozide an Muslimen, mordende Guerilla-Soldaten in den Steppen Afrikas, Stammeskriege, Leichenhaufen, abgehackte Hände und noch viel mehr. Der Film „Africa Addio“ gehört zu den umstrittensten Filmen des Mondo-Genres und hat viele kontroverse Diskussionen ausgelöst. Kritiker verschiedener politischer Lager bezeichnen den Film als rassistisch, brutal und geschmacklos. In Deutschland führte der Film zu Kundgebungen mit bis zu 1‘000 Demonstranten, begleitet von gewaltvollen Zusammenstössen mit der Polizei. Der Regisseur Gualtiero Jacopetti musste wegen einigen Snuff-Darstellungen im Film sogar vor dem italienischen Gericht erscheinen, wurde schlussendlich aber freigesprochen. Das Problematische an diesem Film ist einerseits der latente Rassismus, da die afrikanische Kultur als minderwertig, barbarisch und unzivilisiert dargestellt wird. Andererseits ist der wissenschaftliche, dokumentarische Anspruch des Filmes sehr fragwürdig. Denn bei diesem Film handelt es sich bei bestem Willen um keine sachliche Dokumentation sondern schlussendlich um die Darstellung möglichst brutaler, roher und unzivilisierter Szenen zum Zwecke der Unterhaltung. Unter diesen beiden Gesichtspunkten muss dieser Film kritisch hinterfragt werden und seines Anspruches entledigt werden.

Fazit

Auch wenn „Africa Addio“ von einem netten Soundtrack von Riz Ortolani (u.a. Cannibal Holocaust) begleitet wird, handelt es sich bei diesem Film weder um Unterhaltung noch um Sachlichkeit. Stattdessen wird dem Zuschauer ein unvermitteltes und einseitiges Bild der afrikanischen Kultur gezeigt, was die Vorwürfe der „rassistischen Tendenz“ des Films naheliegend macht. Kurz gesagt: Es gibt weitaus sehenswertere Mondofilme!

Wertung

3/10 stern1stern1stern1stern1stern1stern1stern1stern1stern1stern1

 

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